Selen ist nicht gleich Selen!

Man unterscheidet Präparate, die organisch und anorganisch gebundenes Selen enthalten. „Organisch“ beziehungsweise „anorganisch“ gibt Auskunft über die Form des Selens.

In Nahrungsergänzungen, die man überall kaufen kann, wird Selen meist auf Bierhefebasis angeboten und liegt organisch gebunden vor. Präparate mit anorganisch gebundenem Selen, fast immer in Form von Natriumselenit, sind meist als Arzneimittel nur in der Apotheke erhältlich. Organisch und anorganisch gebundenes Selen wirken im Organismus unterschiedlich.

Organisch gebundenes Selen

Anorganisch gebundenes Selen

  • wird unspezifisch in die unterschiedlichsten Eiweißkörper eingebaut und nicht direkt für den Aufbau der Eiweißsubstanzen verwendet, die Selen unbedingt benötigen
  • das heißt, das Selen steht den Selenenzymen nicht direkt zur Verfügung
  • das kann sich bei einer lang andauernden Selenaufnahme aus Präparaten mit organisch gebundenem Selen ungünstig auswirken. Deshalb sind Selenpräparate, die organisch gebundenes Selen enthalten, für die Therapie eines Selenmangels ungünstig!
  • steht dem Körper direkt für den Aufbau der Selenverbindungen zur Verfügung
  • Selen aus anorganischen Präparaten wird schneller als aus organischen Selenpräparaten in die Enzyme, die Selen für ihr richtiges Funktionieren benötigen, eingebaut
  • führt zur Ausscheidung von überschüssigem Selen, falls eine Überdosierung vorliegt

 

Für eine Verbesserung der Selenzufuhr, zur Vorbeugung und zum Ausgleich von Selenmangel ist anorganisch gebundenes Selen in Form von Natriumselenit wesentlich effektiver als organisch gebundenes Selen.